Vermieterfreundlicher Mietvertrag: Das ist wichtig!

Sep 22, 2020 mieten, vermieten
Vermieterfreundlicher Mietvertrag

Wie sieht ein vermieterfreundlicher Mietvertrag aus? Vermieter müssen sich vor Abschluss eines Mietvertrages unbedingt mit dem Mietrecht und den kleinen vertraglichen Gestaltungsmöglichkeiten im Mietvertrag auseinandersetzen.

Im Mietvertrag werden die wesentlichen Rechte und Pflichten die des Mieters und die des Vermieters festgehalten. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn es zum Streit zwischen beiden Parteien kommt – dann ist entscheidend, was im Mietvertrag miteinander vereinbart wurde.

Worauf kommt es bei einem vermieterfreundlichen Mietvertrag an?

Der nachfolgende Artikel zeigt Vermietern, worum es dabei geht und was am besten geregelt sein sollte.

1. Nettokaltmiete zuzüglich Betriebskosten

Sicherlich für Viele ganz klar, es muss rein, was die Immobilie kosten soll und wie die Bezahlung gestaltet wird.

  • Nettokaltmiete zzgl. Betriebskosten oder Warmmiete

Die Zahlungsart und der Zahlungszeitraum sind zu regeln. Fehlt eine Vereinbarung ist die Zahlung bis zum dritten eines Monats im Voraus fällig.

Hinweis: Im Mietvertrag kann bereits eine feste Mieterhöhung aufgenommen werden. Erforderlich ist dafür die Vereinbarung einer sogenannten Staffelmiete.

2. Betriebskosten und Heizkosten

Wollen Sie das der Mieter die Betriebskosten zahlt? Wenn ja, dann sind diese abschließend aufzuführen. Nennen Sie alle Betrietskosten und nehmen Sie eine sogenannte „Öffnungs- beziehungsweise Ergänzungsklausel“ für diejenigen Betriebskosten ein, die eventuell erst im Laufe des Mietverhältnisses dazukommen.

Die Heizkosten werden immer separat genannt, mit der Außnahme, dass sie eine Einliegerwohnung oder eine Mietwohnung in einem von Ihnen bewohnten Zweifamilienhaus vermieten. Dann müssen Sie hier festlegen, wie die Heiz- und Warmwasserkosten abgerechnet werden.

3. Mängel und Minderung

Die Rechte des Mieters Mängel in der Immobilie anzuzeigen und deshalb zu mindern, lassen sich nicht einschränken. Allerdings sollte man bestehende Mängel die dem Mietinteressenten bekannt sind aus der Mängelhaftung herausnehmen.

Hinweis: Zu beachten ist aber dass Verschlechterungen des Zustands in der Wohnung immer zu einer Minderung berechtigen

4. Schönheitsreparaturen und Renovierung

Vermieter müssen nach der aktuellen Rechtsprechung wissen, dass Mieter nach dem Gesetz nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet sind, sondern nur vertraglich verpflichtet werden können. Und selbst bei wirksamer Vereinbarung sind Schönheitsreparaturen und Renovierung beim Auszug nur fällig, wenn diese erforderlich sind und die Mietwohnung in renoviertem Zustand übergeben wurde.

5. Kleinreparaturen

Es muss explizit und korrekt im Mietvertrag angegeben werden, in bis zu welcher Kostenhöhe je einzelner Reparatur und mit wie viel jährlichen Gesamtkosten sich der Mieter an Kleinreparaturen beteiligt.

Eine pauschale Klausel in einem Mietvertrag über Wohnraum, nach welcher der Mieter Kleinreparaturen selbst vorzunehmen hat, ist unwirksam.

Hinweis: Die Gesamtkosten für Kleinreparaturen dürfen max. 6% der Jahresnettomiete pro Jahr betragen.

6. Mietzeit und Kündigung

Planen Sie bereits vor Vermietung die Immobilie später selbst oder für Ihre Kinder zu nutzen, ist im Mietvertrag eine Befristung zu vereinbaren. Wird im Mietvertrag dazu nichts geregelt, gilt der Mietvertrag als unbefristet.

Hinweis: Ein Maximaler Kündigungsverzicht im Mietvertrag beträgt 4 Jahre.

Wenn Sie weitere Fragen zum Mietvertrag haben, lassen Sie sich dazu am besten von einem Fachanwalt oder Deutscher Vermieterschutzbund e.V. beraten. Der Deutsche Mieterbund e. V. ist ein Bundesverband von Mietervereinen, der sich als politische Interessenvertretung aller Mieter von Wohnraum, unabhängig von Staat und Parteien, in Deutschland sieht.

VonGunther Dettmer

Immobilienmakler und Sachverständiger